Gefahren durch Unwetter bei Open Air-Veranstaltungen

In vielen burgenländischen Ortschaften werden im Sommer Konzerte, Dorffeste und Zeltfeste von verschiedenen Vereinen und Organisationen abgehalten. Diese Feste genießen bei den Besuchern große Beliebtheit und bieten dem einen oder anderen Verein auch die Möglichkeit, seine Aktivitäten interessierten Personen aus der Bevölkerung näher zu bringen.

Gerade im heurigen Jahr kommt es bedingt durch die starken Hitzephasen naturgemäß häufig zu heftigen Unwettern. Im Zuge dieser Unwetter kommt es gerade bei Open-Air-Veranstaltungen immer wieder zu gefährlichen Situationen durch Starkregen und Gewittern mit Sturm, Hagel und Blitzen.

Die Veranstalter von Events haften für die Sicherheit der Besucher. Es ist daher für die veranstaltende Person oder Organisation unerlässlich, sich im Vorfeld Gedanken über die Sicherheit der anwesenden Personen zu machen. Diese Gedanken sollte man am besten in Form eines schriftlichen Sicherheitskonzeptes zu Papier bringen. Der Veranstalter kann sich so optimal vorbereiten, Maßnahmen überlegen und Vorkehrungen organisieren. Nebenbei hat ein schriftliches Sicherheitskonzept den wichtigen Effekt, dass im Fall der Fälle nach einem unglücklichen Ereignis bewiesen werden kann, dass man sich schon im Vorhinein ausgiebig mit der Sicherheitsthematik auseinander gesetzt hat und keineswegs unvorbereitet in die Veranstaltung gegangen ist.

Bei der Erstellung des Sicherheitskonzeptes muss man die Veranstaltung in seiner Gesamtheit betrachten. Dazu zählen die Einhaltung der Richtlinien betreffend bauliche Einrichtungen, Fluchtwege, Feuerlöscher und elektrische Anlagen genauso wie die Festlegung der Anzahl der Sicherheitsmitarbeiter, Sanitäter und Feuerwehrleute.

In weiterer Folge muss genau überlegt werden, mit welchen Gefahren im Zuge der Veranstaltung gerechnet werden muss. Hat man diese Gefahren identifiziert, geht es daran sich Maßnahmen zu überlegen, wie man diese Gefahren minimieren oder beseitigen kann. Genau festzuhalten ist auch, wer im Ernstfall Entscheidungen trifft. Dabei empfiehlt es sich im Vorfeld einen Krisenstab zu definieren und auch Überlegungen anzustellen, wo der Krisenstab zur Entscheidungsfindung zusammen treffen kann (Krisenraum).

Ein besonderer Stellenwert obliegt der Planung in Hinblick auf Starkregen und Unwetter. Personen, die sich mit der Thematik nicht auseinandergesetzt haben, neigen dazu im Zelt Schutz vor Regen zu suchen. Dies ist bei aufkommenden Winden mit Windgeschwindigkeiten über 80 km/h definitiv die falsche Entscheidung, da es bei dieser Vorgehensweise zu sehr schweren Verletzungen bis hin zur Tötungen von Personen kommen kann.

Daher gilt es bereits im Vorfeld einerseits die genauen statischen Gutachten in Hinblick auf die Zeltstandfestigkeit bei entsprechenden Windstärken und Maßnahmen des Sicherns schriftlich vom Zeltbauer einzufordern und sich dann darauf vorzubereiten. Grundsätzlich gilt aber, dass Zelte bei entsprechend hohen Windstärken geräumt werden müssen und auch der Bereich um ein Zelt in einem Radius, der mindestens die doppelte Höhe des Zeltes beträgt, von Personen frei gehalten werden muss.

Weiters gilt es bei einem professionellen Wetterdienst, wie beispielsweise der ZAMG oder UBIMET, im Vorfeld die Wetterprognose für den Eventbereich zu erfragen. Ist bereits im Vorhinein mit Unwettern zu rechnen, so muss dieser Kontakt intensiviert werden, so dass mit einer entsprechenden Vorlaufzeit eine seriöse Prognose eingeholt werden kann, um so rechtzeitig reagieren zu können. Diese Prognosen müssen schriftlich genau protokolliert werden, weil sich ja daraufhin verschiedenste Maßnahmen stützen. Letztendlich darf sich der Veranstalter nicht scheuen Maßnahmen zu setzen, die für die Besucher noch nicht verständlich sind. Beispielsweise muss man Bereiche oder die gesamte Veranstaltung bereits im Vorfeld räumen, auch wenn das Unwetter für die anwesenden Personen noch nicht erkennbar ist.

Nicht vergessen darf man auch auf mobile Bauteile wie Beleuchtungs- oder Lautsprechertürme und Sonnenschirme, welche bei Stürmen ebenfalls zu gefährlichen Geschosse werden können.

Zu bedenken wären darüber hinaus Maßnahmen zur Kommunikation mit den Besuchern. Es ist im Vorfeld zu klären wer mit welchem Text die Besucher über eine mögliche Evakuierung informiert und mit welchen (technischen) Mitteln diese Information erfolgt. Bewährt haben sich für diese Zwecke beispielsweise Handmegaphone.

Letztendlich sollte man sich je nach Größe und Art der Veranstaltung überlegen, ob man einen Sicherheitsdienst eines befugten Gewerbeunternehmens mit Ordnertätigkeiten bei Veranstaltungen beauftragt.

Sicherheitskonzepte werden auch von ausgebildeten Sicherheitsberatern erstellt. Damit hat man die Gewährleistung, dass das Thema Sicherheit bereits im Vorfeld professionell abgearbeitet wird. Achten Sie bitte dabei genau auf den Nachweis der Ausbildungen und Fähigkeiten des Sicherheitsberaters, weil sich oftmals nicht professionelle Laien als Sicherheitsberater ausgeben.

Die angeführten Empfehlungen sollen dazu beitragen, dass die geplante Veranstaltung zu einem vollen Erfolg wird und es im Nachhinein nicht zu unerwarteten und schwerwiegenden Folgen für Besucher und Veranstaltungsverantwortlichen kommt.