Alle 78 Minuten ein Feuerwehreinsatz

Einer der größten Feuerwehreinsätze im vergangenen Jahr: Brand einer Lagerhalle in Wimmpassing.

Einer der größten Feuerwehreinsätze im vergangenen Jahr: Brand einer Lagerhalle in Wimmpassing. (Foto: BFKDO-EU)

Präsentation der Einsatzbilanz und des neuen Feuerwehrgesetzes

EISENSTADT (uch). Die Feuerwehren im Burgenland wurden im vergangenen Jahr zu insgesamt 6.679 Einsätzen gerufen. Statistisch gesehen musste alle 78 Minuten eine Feuerwehr zu einem Einsatz ausrücken.

In 6 bis 8 Minuten am Einsatzort

Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl wies darauf hin, dass bereits in 95 Prozent der Einsätze die erstausrückende Feuerwehr den Einsatz alleine bewältigen konnte und keine Unterstützung der Nachbarfeuerwehren benötigte. „Unser flächendeckendes System erlaubt rasche Eingriffszeiten. Wir sind in 6 bis 8 Minuten am Einsatzort, weil wir in 171 Gemeinden 317 freiwillige Feuerwehren haben“, so Kögl.

Großschadensereignisse

Es gab auch einige „Großschadenseierignisse, die die Feuerwehren an die Leistungsgrenze gebracht haben“, erinnert der Landesfeuerwehrkommandant. So waren etwa im Jänner 2017 bei einem Brand einer Lagerhalle in Wimpassing insgesamt über 600 Feuerwehrmitglieder im Einsatz. Herausfordernd waren unter anderem auch die Einsätze beim Brand eines Entsorgungsbetriebs in Wulkaprodersdorf oder der technische Einsatz nach einem Unfall eines Pendlerbusses auf der B63 bei Großpetersdorf mit sechs Schwerverletzten.

Demokratisierung des Feuerwehrgesetzes

Eines der „modernsten Feuerwehrgesetze Österreichs“ kündigte LHStv. Johann Tschürtz an. Es wird zu einer „Demokratisierung“ kommen, weil die Verfassung vorschreibt, „dass die Führungsorgane nach demokratischen Grundsätzen gewählt werden müssen“, so Tschütz.
Deshalb ist es nicht zulässig, dass die Organe der Feuerwehr von externen Organen, wie etwa dem Bürgermeister ernannt, sondern aus dem Kreis der Mitglieder gewählt werden.

Feuerwehrhäuser als „Sicherheitsinseln“

Tschürtz kündigte außerdem an, dass die Feuerwehrhäuser in Katastrophenfällen, wie etwa bei einem totalen Stromausfall, als sogenannte „Sicherheitsinseln“ dienen sollen. „Wir stellen uns vor, dass so ein Feuerwehrhaus im Fall einer Krise beleuchtet wird, damit die Bevölkerung genau weiß, wo sie hingehen kann. Diese Sicherheitsinseln sind natürlich notstromversorgt, und es gibt dort den Kontakt zu den Ärzten.“
Im Herbst soll das neue Feuerwehrgesetz „fertig sein“, verspricht Tschürtz.

 

Quelle: Bezirk Blätter